Was ist Risiko genau?

Was ist Risiko genau?

Das Risiko ist der grösste Feind des Anlegers. Am liebsten hätte jeder Anleger kein Risiko beim Investieren. Die Aktien können dann ohne Risiko gekauft werden und der Gewinn ist dann so gut wie garantiert. Schön wäre es, doch das ist natürlich Wunschdenken und wird bei Aktien auch nie so sein. Natürlich bekommst du auf einem Taggeldkonto Zinsen, während du ein Risiko gegen Null eingehst, jedoch ist da die Rendite auch nicht erwähnenswert. Im Moment sind die Zinsen sehr tief in der Schweiz und können oft die Führungskosten nicht decken. In diesem Beitrag geht es darum, die verschiedenen Aspekte von Risiko beim Anlegen zu beleuchten.

Laut Wikipedia gibt es verschiedene Definitionen für Risiko, die aber eine Sache gemeinsam haben. Mit Risiko wird die mögliche negative Gefahr oder positive Auswirkung beschrieben. Bei den Investitionsentscheiden ist das Empfinden von Risiko subjektiv und kann sich je nach Risikoart verändern. Zudem gehören Risiko und Rendite zusammen. Immer wieder wird die Rendite mit dem Gewinn oder Cash Flow einer Firma in Verbindung gebracht. Doch einfach gesagt ist die Rendite der Lohn für das getragene Risiko. Das ist auch der Grund, warum Aktien langfristig viel höhere Renditen einbringen, als andere risikoärmere Investments. Darum sollten bei dir die Alarmglocken läuten, wenn dir risikoarme Finanzprodukte empfohlen werden, die hohe Renditen aufweisen.

„Die Rendite eines gegebenen Vermögenswerts in einer gegebenen Periode ist genau die, die der Vermögenswert liefert; sein Risiko hingegen ist dasjenige, das der Investor wahrnimmt.“
– Prof. Javier Estrada, IESE Business School , Barcelona

Historisches Risiko

Um das Risiko eines Anlageproduktes für die Zukunft herauszufinden, werden überwiegend Informationen aus der Vergangenheit angeschaut. Das hat seine Daseinsberechtigung und ist weder falsch noch schlecht, jedoch sollten die historischen und die erwarteten Risiken in der Zukunft getrennt betrachtet werden. Denn sie können sehr unterschiedlich sein und sollte das erwartete Risiko nicht eintreten, darf man auf keinen Fall denken, dass das Risiko überschätzt wurde. Selbst „Profis“ tappen immer wieder in diese Irrtumsfalle und behaupten rückblickend, dass ein Risiko nicht bestanden hätte.

Psychologisches Risiko

Einige Risiken entstehen eher in unseren Köpfen und können sich darum auch bei jedem Anleger unterschiedlich stark zeigen. Ein spezieller Tipp um das Risiko beim Investieren zu senken ist, das Portfolio nicht zu oft anzuschauen. Solltest du Aktien oder ETFs besitzen, könnte dir dieser Tipp vermutlich helfen. Damit ist gemeint, dass einem das ständige überprüfen der Kurse ziemlich nervös machen kann. Das verleitet einem zu Taten, die man bei roten Kurszahlen besser gelassen hätte. Darum empfehle ich vor allem bei einer Buy&Hold Strategie, das Portfolio seltener zu checken.

Ein anderer psychologischer Effekt ist, dass du dich an Risiko gewöhnen kannst. Je besser du alle Risiken kennst und je routinierter du beim Handeln mit risikoreichen Investments bist, desto geringer erscheint dir das Risiko. Da du mit mehr Wissen die Risiken besser vermeiden kannst oder beim Eintreten korrigieren kannst. Das bewusste Tragen von Risiko wir dir sicher helfen bei der Vermögensbildung.
Auch spannend ist, dass der Schmerz beim Verlieren eines gewissen Betrages und die Freude beim Gewinnen des gleichen Betrags nicht gleich gross ist. Im konkreten Fall schmerzen dem Anleger 1000 Euro Verlust mehr, als ihm 1000 Euro Gewinn Freude bereiten würden. Auch die Tatsache, dass nach einem Kurssturz von 50%, die Aktie wieder 100% steigen müsste, um auf dem gleichen Level wie vor dem Crash zu sein. Darum solltest du bei Unsicherheit eher vorsichtig handeln.

Risikokonzepte

Ich werde nun ein Riskokonzept zum Schluss noch näher erläutern. Die Kennzahl ist das Sharpe Ratio. Damit können zwei verschiedene Wertpapiere durch Risikogewichtung objektiv miteinander verglichen werden. Normalerweise sollten nur Investments von der gleichen Asset-Klasse verglichen werden, da sonst ein Apfel-Birnen-Vergleich besteht. Da dies sich oft nicht vermeiden lässt, kann mit Sharpe Ratio eine objektiv vergleichbare Renditezahl berechnet werden, die zu einer Einheit Risiko gehört. So können zwei unterschiedliche Anlageprodukte verglichen werden. Ein Produkt mit kleiner Volatilität muss nicht immer die bessere Wahl sein, gegenüber einem Produkt mit ein bisschen mehr Volatilität. Genau bei solchen Fragen kann das Sharpe Ratio weiterhelfen. Der Nachteil dabei ist aber, dass ohne Vergleich ein Sharpe Ratio unnütz ist und somit keine Einzelwerte bewerten werden können.

Wie hast Du es mit der Risikobewertung? Bei Fragen oder Anregungen kannst Du mich gerne über das Kontaktformular kontaktieren oder einen Kommentar verfassen.

Comment ( 1 )

  1. ReplySparkojote
    Hallo Erfolgsmaschine, Ich halte mein Risiko überschaubar und investiere in keine Zockerwerte. Ausserdem schütz Diversifikation vor Totalverlusten, diesn Monat habe ich bereits mein Pensum an Aktienkäufen erreicht. Ich habe eine Altria Position für 2'200 CHF gekauft und eine Swiss Re Position für 1'600 CHF nachgekauft. Somit habe ich im April 3'800 CHF investiert. Gruss Der Sparkojote

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